Pressemitteilung
Startschuss für Tausendundein Speicher
Die Initiative Tausendundein Dach, die seit 2014 gemeinsam mit rund 400 österreichischen Betrieben Photovoltaik auf Gewerbedächer gebracht hat, geht mit ihrer Fortsetzung Tausendundein Speicher, der Errichtung von 1.001 dezentralen Gewerbespeichern bis 2033, an die Öffentlichkeit. Die ersten Anlagen laufen. Und ab 1. Oktober dürfen Betriebe Strom zwischen eigenen Standorten teilen und direkt an andere Unternehmen verkaufen.

Es war medial etwas ruhig um die bekannte PV-Initiative Tausendundein Dach. Manch einer könnte gemeint haben, sie wäre der allgemeinen Stimmungs- und Förderlage zum Opfer gefallen. Mitnichten. Das Team rund um Energieexpertin Cornelia Daniel ist mit mehreren Paukenschlägen zurück. 1.500 Dächer zählt die Initiative mittlerweile, 30 MWp. So viel Strom, wie 1.500 mittlere Betriebe im Jahr brauchen. Dazu eine Antwort auf die Frage, die sich seit dem 1.001. Dach gestellt hat. Was kommt danach? Natürlich: Tausendundein Speicher.
Das Ziel: 1.001 Speicher
Wie bei den Dächern gibt es eine Zielzahl: 1.001 Gewerbespeicher bis 2033, rund 100 Megawattstunden. Ein Speicher zählt dabei 100 Kilowattstunden.
„Nach dem Kraftakt von Tausendundein Dach fangen wir noch einmal von vorne an“, sagt Cornelia Daniel. „Mit einem Unterschied: Diesmal wissen wir, dass Utopien Realität werden können.“
Premiere vor 70 Unternehmern
Am 17. September wird Tausendundein Speicher rund 70 Unternehmerinnen und Unternehmern aus der Initiative exklusiv im Wiener Formdepot vorgestellt, jenen Betrieben, die seit 2014 mitgebaut haben. Neben der Premiere geht es um die Fragen, die Unternehmen derzeit beschäftigen: Wirtschaftlichkeit von Speichern, die neuen Vermarktungsmöglichkeiten ab 1. Oktober, Carports und Wartungen.
Die ersten Anlagen laufen
Elf Anlagen mit zusammen rund 900 Kilowattstunden sind in Betrieb, sechs in Wien und fünf in Niederösterreich. Das Spektrum reicht von 14 bis 240 Kilowattstunden. Alle bleiben mit ihrer Anschlussleistung unter 250 Kilowatt und fallen damit in die einfachste Anschlusskategorie, ohne Fernwirktechnik und erweiterte Nachweise. Der Fokus liegt bewusst auf dieser Größenklasse. Eine Beschränkung ist das nicht: Größere Anlagen werden auf Wunsch samt Verfahren umgesetzt.
Speicher Nummer drei steht beim Hotel Das Himberg in Niederösterreich. 215 Kilowattstunden, dazu eine Energiemanagement-Software, die die ärgerliche Einspeisebegrenzung steuert, von der viele Anlagen betroffen sind. Statt die Mittagsspitze der PV-Anlage abzuregeln, wandert sie in den Speicher und von dort in den Abendbetrieb.
Warum mittelgroß die Lösung ist
Das Land lechzt nach Speicherkapazität. Bis 2040 braucht Österreich 8,7 Gigawatt Batteriespeicherleistung, davon 6,0 Gigawatt dezentral bei Haushalten und Gewerbe. Nur geht der Ausbau zäh.
„Ich sehe Großspeicherprojekte, die seit drei bis sechs Jahren in Planung sind und noch immer nicht am Netz“, sagt Cornelia Daniel. „Unsere Anlagen stehen in wenigen Monaten.“
Mittelgroße, betriebsintegrierte Speicher hinter dem Zählpunkt einer bestehenden PV-Anlage sind genehmigungsarm und in wenigen Monaten am Netz. Die Kunden sind bereits im Talon: rund 400 österreichische Betriebe, die seit 2014 mit der Initiative gebaut haben.
Das Erfolgsrezept bleibt dasselbe wie bei Tausendundein Dach, die Zusammenarbeit erfolgreicher Unternehmen: Dachgold berät, die 10hoch4 Photovoltaik GmbH setzt um. Ergänzt wird das um Know-how aus dem Energiemanagement, der Elektromobilität und der Energiewirtschaft.
Drei Wege, wie sich ein Speicher rechnet
Jede einzelne Anlage wurde vorab auf dem echten Viertelstunden-Lastprofil des Betriebs simuliert, nicht überschlagen. Ein Gewerbespeicher rechnet sich selten über einen einzigen Effekt. Der höhere Eigenverbrauch des selbst erzeugten Sonnenstroms ist nur der erste. Dazu kommt die Kappung der Lastspitzen, die den Leistungspreis bestimmen, und der intelligente Stromeinkauf, also das Laden in den günstigen Stunden.
„Speichern durfte man immer. Was sich ändert, ist, dass es sich jetzt rechnen lässt“, sagt Cornelia Daniel. „Weil Viertelstundenwerte für jeden Zählpunkt verfügbar sind, können wir einem Betrieb ziemlich genau sagen, was es ihm bringt, seine Verbräuche zu verschieben. Das war jahrelang Bauchgefühl. Jetzt ist es eine Rechnung, und sie geht auf.“
Der 1. Oktober ändert, wozu ein Speicher gut ist
Mit der nächsten Stufe des Elektrizitätswirtschaftsgesetzes dürfen Unternehmen ab
- Oktober Strom zwischen eigenen Standorten teilen und direkt an andere Betriebe liefern. Weil diese gemeinsame Energienutzung viertelstundengenau abgerechnet wird, entscheidet erst der Speicher darüber, ob ein Betrieb liefern kann, wenn der zweite Standort oder der Abnehmer den Strom tatsächlich braucht.
Wie es weitergeht
Am 8. Oktober kommt der Huawei FusionSolar Truck gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien nach Wien-Floridsdorf, wo ein Gewerbespeicher dieser Größenordnung zu sehen ist. Am selben Tag startet der letzte EAG-Investitionszuschuss-Call des Jahres.
Parallel entsteht ein Marktplatz für Peer-to-Peer-Verträge zwischen Unternehmen. Ziel ist der größte seiner Art in Österreich.
Über Tausendundein Speicher
Tausendundein Speicher ist eine österreichische Energiewende-Initiative von Dachgold e.U. und die Fortsetzung von Tausendundein Dach (seit 2014, Joint Venture mit der 10hoch4 Photovoltaik GmbH). Sie bringt dezentrale Gewerbespeicher zu Unternehmen mit bestehender Photovoltaik, genehmigungsarm, in wenigen Monaten am Netz und über das neue ElWG zu einem virtuellen Kraftwerk vernetzt. Ziel: 1.001 Speicher, rund 100 MWh, bis 2033.
Pressekontakt
Mag. Cornelia Daniel
Initiatorin · Dachgold e.U.
Stand 2026 · Letzte Aktualisierung: laufend